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° Gedankenaufheller im Winternebel


 


 

„Ist der Fortschritt eine Schnecke?“
Wie man Bewusstsein für schnelleren Wandel entwickelt

Channeling von Tio übermittelt von Silvie Katz / Januar 2009

Copyright by Silvie Katz 2009
Weitergabe zu kommerziellen Zwecken nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin
www.silvie-katz.de

 

 

Tio: So Silvie, das Channeling vom Dezember hat dir also gefallen?

Silvie: Ja sehr. Ich meine, diese Art zu arbeiten ist zwar nicht ganz neu für mich, aber das Ergebnis hat mich dennoch positiv überrascht. Am besten gefällt mir, dass der Text dichter und prägnanter war als wenn du sprichst.

Tio (gespielt grummelig): Danke für das Kompliment, ich spreche also nicht so schön wie ich schreibe?

Silvie: Ganz genau! (Wenn die Leser mich, Silvie, jetzt sehen könnten: Ich grinse und geniesse es wieder mal. Kaum hat man Tio das Wort gegeben, macht er was er will).

Tio (spitzfindig): Oder schreibe ich vielleicht noch schöner als ich rede?

Silvie (lacht): Was unterscheidet Gewinner von Verlierern? Dass Gewinner sogar einer kritischen Äusserung noch was Aufbauendes abgewinnen können. Können wir anfangen?

Tio (sehr gefällig): Gern!

Dann entführe ich euch heute vor dem Thementeil in den Hochwinter. Das ist eine ganz besondere Zeit, und in euren Breiten erstreckt sie sich ungefähr über die Dauer des Januar.

Ihr könnt euch den Meditationstext, wenn ihr wollt, auf Band sprechen und ihn dann hören, oder ihr könnt einfach in Gedanken die Meditation machen und sie auch abwandelt, wann und wie ihr wollt. Es ist nur eine kleine Reise, die man sich gut merken kann, und ist man einmal im Fluss der Fantasie, reist man ganz ohne Mühe und ohne Nachdenken. Wenn ihr den Text aufsprecht, denkt daran, dass ihr genügend lange Pausen zwischen den einzelnen Abschnitten lasst, so dass sich die Gedanken und Bilder entwickeln können.

Beginnt diese Meditation so, wie ihr es kennt: Setzt oder legt euch bequem hin, so dass ihr es für 20 oder 30 Minuten warm und gemütlich habt. Deckt euch gut zu, damit ihr nicht friert, schliesslich ist es Winter. Achtet darauf, dass eure Körperhaltung so entspannt wie möglich ist, damit eure Lebensenergie ungehindert durch euren ganzen Körper strömen kann.

Beginnt dann damit, dass ihr einfach nur euren Atem wahrnehmt. Nehmt euren persönlichen Rhythmus von Ausatmen und Einatmen war, ohne euch etwas dabei zu denken, ohne etwas zu bewerten, ganz ohne etwas verändern zu wollen. Was ihr bemerkt, ist euer persönlicher Atemrhythmus für diesen Augenblick jetzt. In den nächsten Minuten wird sich euer Atem beruhigen, er wird gleichmässig werden, und das kann er desto besser, je weniger ihr euch darum kümmert. Deshalb beobachtet nur, nehmt nur wahr, und erinnert euch, wahrnehmen bedeutet, etwas für wahr zu nehmen, es so zu nehmen, wie es ist.

Ihr empfindet es als sehr angenehm und entspannend, zu spüren, dass ihr euch auf euren Körper verlassen könnt. Euer Körper atmet sehr gut allein, wenn man ihn lässt, dann macht er das so gut wie immer richtig. Buchstäblich von eurem ersten Atemzug bis zu eurem letzten atmet der Körper euch, und je weniger man darüber nachdenkt, je weniger man sich einmischt, desto lieber hat der Körper das und desto besser macht er es.

Euer Körper hat seine eigene Intelligenz, er weiss, wie er atmen, schlafen, aufwachen, verdauen, entspannen und tätig sein muss, dieses Wissen ist ihm angeboren, und es ist gut, sich daran zu erinnern, dass es da ist und dass der Körper es besitzt. Wenn er mal allein nicht weiter weiss, wird er euch schon Bescheid geben, damit ihr ihm helfen könnt. Das meiste aber macht er richtig, wenn man ihn lässt.

Nun, wenn ihr euch eurem Atem eine Weile anvertraut habt und bemerkt habt, dass euer Atem euch trägt und ihr schon beginnt, in eine angenehme Entspannung zu sinken, könnt ihr das Ausatmen nutzen, um euch von Inhalten zu befreien, die ihr nicht länger braucht.

Atmet bewusst aus, und stellt euch vor, dass das, was ihr abgeben wollt, was ihr loslassen und vielleicht auch loswerden wollt, wie graue Punkte mit der Atemluft aus eurem Mund oder eurer Nase hervor strömt und sich draussen sofort in sprühendes weisses Leuchten auflöst. Rückstandslos, ganz und gar, so als hättet ihr eine Wunderkerze angezündet und ihr Gefunkel hätte die ausgeatmeten Inhalte ganz und gar in weisses Licht verwandelt, das dann erlischt und den Inhalt mitnimmt.

Was ihr loslassen und vielleicht auch loswerden wollt, kann nicht zu klein sein. Es kann etwas ganz Alltägliches sein, was euch schon lange stört oder auch etwas, was euch erst kürzlich aufgefallen ist. Mindestens 80 % des Lebens bestehen aus Alltag, deshalb ist er so wichtig, und deshalb ist das, was man im Alltag verändert, so bedeutsam. Und deshalb ist das, was man im Alltag erlöst, so befreiend.

Gebt euch einige Atemzüge Zeit, und was immer euch in den Sinn kommt an Alltäglichem, was stört, was euch nicht mehr dienlich ist, wobei ihr nichts mehr lernt, das lasst gehen, erlaubt ihm, euren Körper und ebenso euer Bewusstsein zu verlassen und zu verschwinden, sich aufzulösen in sprühendes weisses Leuchten.

Was ihr loslassen oder vielleicht auch loswerden wollt, kann aber auch nicht zu gross sein. Es darf durchaus ein mittelgrosses Thema sein, was Bereiche eures Lebens blockiert und auf das ihr gern verzichten würdet, und es kann sogar eines der ganz grossen Lebensthemen sein, die immer und überall gegenwärtig sind.

Ihr selbst entscheidet, was ihr wann loslasst. Der Vorgang ist derselbe, ob das Thema nun gross oder klein, leicht oder schwer ist. Spürt ehrlich in euch hinein, und wenn ihr bereit seid, etwas Störendes loszulassen, atmet es aus und beobachtet, wie es verschwindet, und denkt nicht mehr daran.

Ihr seid es, die darüber entscheiden, was gehen darf und was euch vielleicht noch für die eine oder andere Erkenntnis dienlich ist und dann erst geht. Niemand erlaubt oder verbietet euch etwas. Nur ihr bestimmt, was ihr loslasst und was ihr noch behaltet. Es ist erlaubt, alles abzugeben was stört, nachdem man begriffen hat, was es einem sagen wollte.

Wenn ihr bereit seid, atmet aus. Fühlt euch leicht und frei, befreit. Atmet tief aus und lasst die Einatemluft von allein wieder einströmen.

Das Einatmen könnt ihr ebenfalls nutzen, um euch mit etwas Positivem aufzuladen. Spürt in euch hinein, welche Eigenschaft, welche Kraft, welchen Inhalt ihr heute braucht. Man kann es einfach einatmen, was immer ist ist. Vielleicht braucht ihr Mut, dann atmet Mut ein. Stellt euch vor, goldene Lichtpunkte strömen durch Mund oder Nase in euch ein und verteilen sich in eurem ganzen Körper. Das ist Mut. Ihr fühlt die Qualität dieser Eigenschaft in euch, sie hat sich überall in eurem Körper ausgebreitet, einfach mit dem Atem, mit dem Sauerstoff, der ebenfalls überall hin kommt, auch in die entlegensten Winkel des Körpers.

Wenn ihr etwas anderes braucht, werdet ihr es wissen. Vielleicht ist es Gelassenheit, dann atmet Gelassenheit ein. Lasst alles, was ihr braucht, als goldene Punkte in euren Körper einströmen, einfach mit der Atemluft und beobachtet, wie sich die Eigenschaft tatsächlich in euch verteilt und ihr das fühlt, was ihr eingeatmet habt.

So einfach ist das, man muss es nur tun.

Oder es ist Heiterkeit, oder Liebe, oder Vertrauen, oder Geduld, oder Beharrlichkeit, oder Kraft, oder was auch immer – ihr wisst es. Vertraut auf euer inneres Wissen, es ist euch inzwischen so nah, dass ihr es wahrnehmen könnt, wenn ihr euch nur ein bisschen entspannt, wenn ihr euch nur ein wenig Zeit nehmt, nach innen zu spüren.

Eure Psyche hat ebenso wie der Körper ihre eigene Intelligenz, sie weiss, was sie braucht und sie weiss ganz genau so, was sie überhaupt nicht verträgt. Hört auf sie. Es ist so einfach. Wenn es sich gut und stark und freudig anfühlt, ist es richtig. Dann habt ihr die Intelligenz eurer Psyche gespürt und wisst nun auch, wie sie sich anfühlt.

Wenn ein Gefühl, ein Inhalt sich schwer und unangenehm anfühlt, ist er falsch, dann verabschiedet ihn mit einem kleinen Dankeschön und lasst ihn davon ziehen wie eine Regenwolke, und fragt euer inneres Wissen noch mal – es wird euch etwas Besseres anbieten, und so gewinnt ihr rasch Sicherheit.

Was immer ihr braucht, atmet es ein, lasst es sich in eurem Körper verteilen, spürt es, geniesst, wie gut es euch tut.

Nun konzentriert euch auf euer Herzzentrum. Fast seid ihr schon dort. Ihr könnt eine Hand auf die Mitte eurer Brust legen oder euch einfach vorstellen, ihr wäret mit eurer Konzentration dort, in jenem besonderen Zentrum des Bewusstseins in der Mitte eurer Brust, eurem Herzchakra. Dies ist der Ort, wo ihr wisst und schon immer gewusst habt, dass ihr Verkörperungen des Göttlichen seid, schon immer heil und ganz, schon immer reinen Herzens. Und wenn etwas zu heilen, zu ergänzen, hin- zuzufügen ist, dann ist auch das in Ordnung, und in eurem Herzzentrum, eurem Allerheiligsten, eurem Tempel des reinen Herzens, wisst ihr das.

Dort spürt ihr auch eine tiefe liebende Verbindung zu eurem eigenen Leben, zu der Verkörperung, in der ihr euch diesmal befindet, zu allen anderen Lebewesen und auch zu Mutter Erde, die euch nährt und trägt und euch hält, damit die Stürme des Lebens euch nicht davonwehen.

Geht oft in euer Herzzentrum, dort könnt ihr euch ausruhen und Kraft sammeln, hier könnt ihr die richtigen Entscheidungen treffen und euer inneres Wissen besser spüren. Es ist nur ein Gedanke, ihr gewöhnt euch daran, ihr braucht keine lange Vorbereitung dafür. Mit einem Ausatmen könnt ihr in euer eigenes Herz sinken und eine Weile dort bleiben, bis ihr das Bedürfnis habt, gestärkt wieder hinaus zu gehen in die Welt und eure alltäglichen Dinge zu tun.

Bald werdet ihr dann immer, auch im Alltag, die Verbindung zu eurem Herzen haben, und dann wird das Leben sehr viel einfacher sein.

Und nicht zuletzt – ist das Herzzentrum ein Ort kreativer Vision. So könnt ihr auch heute eine Reise in den Winter tun und schauen, was euch wohl tut daran, was euch stärkt und nährt und erfreut; und was ihr auf dieser Reise erfahrt, nehmt ihr mit in den Alltag und werdet erleben, wie es euer Leben sanft und angenehm verändert.

Sinkt in euer Herz wie eine Schneeflocke, kommt sanft dort an, und erlebt, wie sich eine Winterlandschaft in eurer inneren Wahrnehmung bildet. Eine Landschaft im Hochwinter, ein Januar-Bild, lasst sie langsam entstehen, so wie sie eben heute entsteht.

Vielleicht seht ihr zuerst nur helles Licht und die Farbe Weiss, und dann, nach und nach, beginnt ihr Konturen zu sehen, Bäume und Landschaft, Erde und Himmel an einem Januartag.

Begleitet mich einmal auf einer Schneereise, und wenn dies nicht euer Bild sein sollte, dann lasst nächstes Mal einfach eine andere Landschaft im Hochwinter entstehen und erfahrt und erkundet dann jene, wie ihr es heute mit dieser unserer Schneereise macht.

Um euch herum entsteht eine Schneelandschaft, deren Ruhe und Weite euch verzaubert. Die Sonne, die schon höher steht als vor einem Monat und Kraft hat, badet das Land in soviel Helligkeit, dass ihr die Augen schliessen müsst und spürt, wie das Licht dennoch durch die Augenlider dringt und durch eure Kleider und eure Haut und förmlich euren ganzen Körper zum Leuchten bringt. Es gibt nirgends soviel Licht wie an einem Mittag im Januar, wenn Schnee liegt, es ist ein grossartiges Erlebnis. Jede Schneeflocke auf dem Boden, jedes Eiskristall in den Bäumen, jeder gefrorene Tautropfen im Gras wird zu einem Spiegel, und Millionen von Sonnen baden so das Land in gleissender Helligkeit.

Kein Schatten kann hier bestehen. Nichts, was dunkel ist, kann hier sein. Wenn ihr eure inneren Augen wieder öffnet, seht ihr, dass sogar die Schatten der Bäume leuchten, dass die Ackerfurchen in hellem Blau reflektieren und die ganze Welt nur aus Licht besteht.

Auch ihr seid in Licht gebadet, von Licht durchdrungen, auch in euch hat kein Schatten, keine Dunkelheit Bestand. Alle Sorgen, Ängste, Kontrollbedürfnisse und alten Lasten sind vom Licht förmlich aufgesogen, es bleibt nur Klarheit und Frische. Es ist ein wunderbares Gefühl, ein Gefühl wie ein Wunder, und es ist ein Wunder, ein rituelles Lichtbad, wie man es nur im Hochwinter erleben kann.

Vielleicht mögt ihr in eurer Vorstellung hüpfen und tanzen, eurer Lebensfreude Ausdruck geben, und vielleicht möchtet ihr euch im Schnee rollen und mit anderen Menschen, die ebenfalls froh und klar und frisch sind, Schneebälle werfen und lachen und neue Freundschaften schliessen.

Dann, nach einer Weile, habt ihr den Wunsch, allein zu sein, erfüllt vom Licht und von der Klarheit, und ihr verabschiedet euch von den Menschen, denen ihr auf eurer Winterreise begegnet seid, und geht allein über das verschneite Feld unter der Wintersonne durch den hellen Mittag.

Unter euren Füssen spürt ihr die Erde. Sie scheint ganz fest zu schlafen, aber in Wahrheit ruht sie nur, und ihr spürt ganz genau, das ist etwas anderes. Es ist kein tiefer Schlaf, es ist nur ein Rückzug in die Stille, ein Ausruhen unter der schimmernden Decke des Schnees, es ist ein Stillhalten und Klarwerden, eine Zeit der Reinigung durch Ruhe, und unter dem Schnee, unter einer dünnen Schicht gefrorener Erde, pulsiert das Leben.

Die Pflanzen haben ihre letzten Blätter eingezogen oder fallen lassen, in ihren Wurzeln und Knollen bilden sich nun neue Strukturen: Stärke wird angesammelt, Nährstoffe für den kommenden Frühling sammeln sich, alte Schlacken diffundieren aus den Wurzeln in die Erde und aus der Erde diffundiert neue Nahrung in die Wurzeln hinein.

Die ruhenden Samenkörner konzentrieren ihr Bewusstsein auf die Form, in der sie wachsen werden, und dabei liegen sie noch still, sie schaffen das Kraftfeld, das sie mit ihren Blättern und Stängeln ausfüllen werden, sie schaffen die Möglichkeiten, die bald zu Wirklichkeiten werden.

Die Tiere schlafen nun viel, und manche schlafen den ganzen Winter lang. Aber auch sie sind in ihren Baumhöhlen und unter der Oberfläche im Schlaf aktiv. Tiere träumen, und viele träumen vom Laufen über Sommerwiesen, vom Jagen und Spielen und von ihren neuen Möglichkeiten, wenn die Natur wieder erwacht.

Und einige neue Möglichkeiten werden tatsächlich jetzt geboren: Manche Tiere gebären während der Zeit des Winterschlafs, manchmal sind sie nur halb wach dabei, säubern die Höhle und träumen weiter, während ihre Jungen voll Vertrauen und mit noch geschlossenen Augen ihre Zitzen finden und sich im Schlaf und in tiefer Geborgenheit ernähren lassen.

Vielleicht werden auch in euch neue Ideen geboren, jetzt im Hochwinter, unter der Schwelle des Bewusstseins, und ihr werdet euch freuen über das Neue, das demnächst das Licht des Tages erblickt. Vielleicht habt auch ihr jetzt viele Träume, sie dürfen Träume sein und ihr dürft Vertrauen haben, dass die Ruhe des Winters schon sortieren wird, was sich zur Realität entwickelt und was ein Traum bleiben wird.

Ihr seid voller Vertrauen, und ihr wisst: Aus der Ruhe kommt die Kraft. Und nun wünscht ihr euch ein warmes Zimmer, einen Kreis guter Freunde, eine heitere Stunde am Kamin, und mit diesen Gedanken kommt ihr aus der Meditation und spürt, wie gelassen und vertrauensvoll, wie erholt, erfrischt und gestärkt ihr schon seid.

Nehmt dies mit in den Tag, wenn ihr jetzt diese Reise beendet und dreimal ganz ausatmet. Lasst den Atem ausströmen, bis nichts mehr in der Lunge ist und dann erlebt, wie die Luft ganz von allein wieder einströmt und euch mit Frische und Wachheit erfüllt. Aus der Ruhe kommt die Kraft, und aus dem Vertrauen kommt die Gelassenheit, die das Leben einfach und gut sein lässt.

Ihr könnt euch nun recken und strecken wie morgens beim Aufwachen, euch die Augen reiben und sie dann ganz sanft öffnen, euch umschauen und: Ihr seid da, ihr seid frisch und ausgeruht und fühlt euch gesegnet.

Silvie: Das hat mir gut gefallen mit dem Schnee.

Tio: Den ihr ja selten so erlebt. Aber die meisten von euch haben, vielleicht in den Ferien, schon einen oder mehrere solcher Tage wirklich erlebt, und ich kenne keinen Menschen, der so etwas nicht als besonderes Glanzlicht behalten hätte. Das ist die Energie solcher Hochwintertage: Licht und Licht und nichts als Licht.

Wenn ihr das grosse Glück habt, so einen Tag mal „in echt“ zu erleben – und solche Tage gibt es manchmal auch noch im Februar – bleibt bloss nicht im Zimmer! Geht raus, verzaubert eure Mittagspause und kommt verwandelt zurück!

Silvie: Immer wenn ich an Schnee denke, fällt mir ein kleiner Kanon ein: „Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine grosse Freud. Übers schneebedeckte Feld wandern wir, wandern wir, in die weite weisse Welt.“

Tio (frotzelig): Wenn ihr einen Chor aufmachen möchtet, könnt ihr das ja gerne singen.

Silvie: Im Ernst, es bringt mir immer dieses Januar-Sonntag-Licht-Gefühl zurück, einen solchen Tag habe ich als Kind mal erlebt, das vergesse ich nie.

Tio: Probiert es ruhig mal!

Nun aber zu unserem Thementeil: „Ist der Fortschritt eine Schnecke? - Wie man Bewusstsein für schnelleren Wandel entwickelt.“

Silvie: Das machen wir nächstes Mal, wenn ich mich zum Schreiben hinsetze, es ist doch eine ganz andere Energie als die Meditation.

Tio: Das ist der Vorteil von einem geschriebenen Text: Man kann an jeder Stelle so lange verweilen, wie man will. Dann also nächstes Mal.

(Einige Tage später):

Tio: Wir müssen uns jetzt nicht um die Leute Sorgen machen, die felsenfest davon überzeugt sind, dass es überhaupt keinen Übergang in ein neues Zeitalter und ein neues Bewusstsein geben wird. Die Leute, die glauben, dass die Welt sich bald selber zu Tode expandiert und in einem globalen Krieg oder einer Wirtschafts- oder Umweltkatastrophe untergehen werde. Diese Menschen befinden sich zwar immer noch in der Mehrzahl, aber ihre Überzeugung ist Bestandteil des alten Weltbildes und des Alten Bewusstseins. Insofern haben diese Leute Recht, wenn sie innerhalb des einzigen Weltbildes, das sie kennen, entsprechend argumentieren.

Diese Menschen werden ganz von allein ihre Meinung ändern, wenn das Massenbewusstsein an dem Punkt angekommen ist, wo es sich einen Wandel zum Positiven vorstellen kann. Dieser Zeitpunkt wird sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wie lange genau, das kann ich nicht sagen, das hängt von vielen Faktoren ab, deren wichtigster die Überzeugung und der Einsatz ist, den jene Menschen aufbringen, die sich als Katalysatoren für das neue Bewusstsein inkarniert haben – also von euch.

Ihr – und Millionen von Anderen auch – haben zu Beginn ihrer Inkarnationsreihe auf der Erde – also vor einigen Tausend Jahren – beschlossen, dass sie bis zum Ende, bzw. bis zum Wandel dabei bleiben und den Wandel aktiv einleiten und begleiten. Ohne euch würde das nicht gehen - der Aufstieg in ein Neues Bewusstsein hat sehr viel gemeinsam mit einem chemischen Prozess, und das geht nicht ohne Katalysatoren.

Diese Menschen, zu denen auch ihr gehört, konnten dies versprechen, und sie werden ihr Versprechen einhalten können, weil sie bereits vor Beginn ihrer Inkarnationen auf der Erde über etwas verfügten, was die Anderen nicht hatten: Sie konnten sich nämlich wesentlich besser daran erinnern, dass es auch andere Welten gibt, auf denen sie mal waren, und auf denen es wesentlich sozialer, gerechter und lebensfreundlicher zuging als auf der Erde. Wenn ich sage „erinnern“, dann meine ich nicht jene bewusste Art von Erinnerung, die man hat, wenn man sich an den letzten Geburtstag von Tante Elli erinnert, an das Essen, den Likör und worüber man gelacht hat. Die Erinnerung an andere Welten mit anderen Wertesystemen und einem entsprechend anderen Umgang mit der Welt, den Lebewesen und dem Leben selbst, ist nicht auf dieser so beschriebenen Stufe bewusst. Sie ist ein Teil von innerem Wissen, das unterschwellig wirkt, so dass man es nicht direkt merkt, und dennoch hat es einen wesentlichen Anteil an der Schöpfung von Überzeugungen, Grundhaltungen und Verhaltensweisen, es prägt den Charakter und das Gewissen und die elementarsten Standards im Umgang mit sich selber, der Welt und Anderen.

Wenn ihr euch bereits mit ausreichend vielen eurer Persönlichkeitsanteile im Neuen Bewusstsein befindet – wovon ich ausgehe – dann werdet ihr das, was ich gerade gesagt habe, nicht so verstehen, als wolle ich euch Honig um den Bart schmieren, ganz egal, ob ihr nun einen Bart habt oder nicht.

Ich habe den Honigtopf zu Hause gelassen, weil uns hier eine emotionslose Situationsbeschreibung besser weiter helfen wird als irgendeine Art von Polarisierung, Lob oder Tadel.

Die Katalysatoren, Entwicklungshelfer, Avantgardisten, stille Revolutionäre oder auch Lichtarbeiter (obwohl wir diesen Ausdruck nicht so gerne hören oder verwenden, weil er sehr häufig mit einer Wertung verbunden wird) – also die Leute mit einer weniger tief vergrabenen Erinnerung daran, dass es auch anders geht, die sind keine besseren Menschen also die gewöhnlichen Erdenbewohner. Und die gewöhnlichen Erdenbewohner, die sich lange Zeit und zum Teil recht gern mit all den Dingen auseinander gesetzt haben, die man auf einem Planeten mit verschärfter Polarität erfahren kann, sind keineswegs schlechtere Menschen. Der Unterschied besteht nicht in einer ethischen Wertung, sondern einfach darin, dass es eine Menge Leute geben musste, die sich voll rein stürzen, so sehr, dass sie vergessen, dass sie nur Erfahrungen machen und sich nicht in der einzig denkbaren Wirklichkeit befinden, sondern nur in einer von vielen – und einigen Leuten, die zumindest irgendwo tief in sich drin wissen, dass die Erde eben genau das bietet: einen Erfahrungskontext, eine Wirklichkeit von vielen.

Es handelt sich hier um nichts weiter als einfache Arbeitsteilung.

Dennoch obliegt euch Katalysatoren eine grosse Verantwortung, und damit ihr die auch gut wahrnehmen könnt, bekommt ihr Unterstützung aus dem Kosmos. Denkt daran, diese Channelings hier und Ähnliches ist nicht für die grosse Masse, die noch ihre dreidimensionalen Erfahrungen macht und meint, sie werde damit nie fertig, sondern für die Katalysatoren, damit diese bei der Stange bleiben und nicht den Überblick verlieren. Und ihr bekommt auch manche Vergünstigung, euch wird manche Erkenntnis geschenkt, damit das klappt mit dem Aufstieg. Im Gegenzug wird von euch erwartet, dass ihr die Hoffnung behaltet und so denkt und handelt, als sei das Neue Bewusstsein morgen schon verwirklicht. Und vielleicht ist es das ja auch.

Morgen – aus kosmischer Sicht. Aus eurer Sicht kann es ein paar Jahre dauern, bis das Massenbewusstsein sich dank eurer tapferen Vorarbeit ändert, aber es ist schon schön im Gange, und einige Jahrzehnte, bis die neue Welt wirklich „steht“. Aber auch nicht viel länger.

Aus komischer Sicht ist der Fortschritt auch überhaupt keine Schnecke. Ihr habt hier – als Menschheit – auf diesem Planeten innerhalb von zehn- bis zwölftausend Jahren Menschheitsgeschichte Erfahrungen gemacht, für die ihr zum Teil auf den anderen, wesentlich gemütlicheren Welten Jahrhunderttausende gebraucht hättet. Oder die ihr woanders gar nicht hättet machen können.

Manche von euch, die ganz bestimmte, sehr konkrete Fertigkeiten und Erkenntnisse von ihren früheren Heimaten mitgebracht haben, können sich sehr konkret daran erinnern, wie es dort war und wie gemütlich das Leben erschienen ist, im Vergleich mit dem Leben auf dieser eurer Erde hier. Zum Beispiel die Silvie, die sich gut an eine frühere Heimat namens Ashaktani erinnern kann, weiss, dass die dortige Zivilisation einhundertfünfzigtausend Jahre benötigt hat, um einen Stand der Technologie und des äusseren Lebensstandards zu entwickeln, der mit dem im heutigen Europa vergleichbar ist. Und das ist eher eine normale Geschwindigkeit als eine besonders langsame für die Evolution einer Kultur. Wenn euch das interessiert, man kann ihre „Memoiren“ lesen auf der Seite „Märchen“ auf unserer Webseite www.silvie-katz.de. „Mein Name ist Ashadeh“ heisst das Buch und Silvie hat es zu den Märchen sortiert, weil es sich so märchenhaft liest, aber es ist gar kein Märchen, nur reichlich fremd und exotisch für Erdenbewohner. Ashaktani ist eine recht hübsche Welt, vielleicht wird euch der Bericht über ihr Leben dort gut gefallen.

Nun aber: Die Erde hat in der Tat eine ziemlich schnelle Evolution durchlebt. Zuerst kam die biologische Evolution, dann die kulturelle, wobei sich besonders letztere in Rekordzeit entwickelt hat.

Wenn ich den Begriff „Evolution“ verwende, dann gehe ich davon aus, dass diese einem intelligenten Plan folgt und nicht etwa dem Zufall. Dies ist der Punkt, den ich zu Darwins Erkenntnissen hinzufügen möchte. Darwin konnte das zu seiner Zeit nicht wissen, da der einzige intelligente Plan, den man sich damals vorstellen konnte, der Plan eines personifizierten Gottes war. Dieser Plan konnte in der Schöpfungsgeschichte der Bibel nachgelesen werden, dort war er aber sehr metaphorisch dargestellt und mit den für das 19. Jahrhundert brandneuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen unvereinbar. Und Darwin konnte natürlich nicht etwas für seine Theorie verwenden, was er eigentlich widerlegen wollte.

Also betrachten wir den fleissigen und mutigen Charles D. als rehabilitiert, und in der heutigen Zeit hält euer fleissiger und mutiger Tio es durchaus für denkbar, eine nicht personifizierte Intelligenz hinter jeder Art von Evolution zu vermuten, eine Intelligenz, die die Evolution sowohl steuert als sich auch gerade durch sie ausdrückt und sichtbar wird.

Nun – uns interessiert hier die kulturelle Evolution auf Erden bzw. ihre Geschwindigkeit. Zunächst einmal hat sie, wie es sich für eine anständige Evolution gehört, eine Vielzahl unterschiedlicher Kulturen hervorgebracht, deren Muster sehr intelligent waren, stellten sie doch ein breites Spektrum dar, in dem die unterschiedlichsten menschlichen Erfahrungen gemacht werden konnten. Diese Differenzierung begann nach der Steinzeit, die eine noch ziemlich einheitliche allgemein menschliche kulturelle Basis darstellte.

Auf dieser Basis ging die kulturelle Entwicklung noch sehr langsam. Man kann von 100.000 bis 150.000 Jahren sprechen, aber in diesen Jahren ist eigentlich gar nicht viel passiert, deswegen zähle ich sie hier gar nicht mit. Mit der Evolution auf anderen Planten ist das nicht zu vergleichen, dort brauchte eher etwas 100.000 Jahre, was hier auf Erden 10.000 Jahre benötigte.

Danach aber, als die Bronzezeit begann, wurde es schneller. Grosse Reiche, man kann sogar sagen, die ersten Weltreiche, entstanden und gingen wieder unter, Religionen entstanden und auch davon gingen manche wieder unter, andere bildeten die Grundlage für das, was sich später entwickeln sollte.

Ich will euch jetzt nicht die ganze Kulturgeschichte der Menschheit im Zeitraffer darstellen, es geht hier nicht so sehr um die Inhalte, sondern um die Geschwindigkeit von Entstehung und Veränderung.

In der Eisenzeit wurde es dann deutlich flotter, die Menschen wurden mobiler, sie veränderten per pedes, per Kamel, Pferd oder Schiff ihre Standorte und trugen sowohl Handelsgüter als auch kulturelle Werte dahin und dorthin. Bekanntlich beschleunigt Informationsaustausch die Entwicklung von allem, und so bekam die grössere Mobilität und die grössere Anzahl von Menschen auf dieser Erde auch der kulturellen Evolution sehr gut, die sich bereits in viele unterschiedliche kulturelle Richtungen aufgefächert hatte.

Von kulturellem Schneckentempo kann nun gar nicht mehr die Rede sein. Die Naturwissenschaften erlebten erste Blütezeiten, und die neuen monotheistischen Religionen revolutionierten das Denken.

Und dann, vor zweitausend Jahren, mit dem Beginn des Fische-Zeitalters, vollzog sich noch ein Geschwindigkeitsschub. An vielen Orten der Welt gewann der Gedanke der Mitverantwortung an Gewicht, nicht nur im Christentum. Soziale Netze entstanden, man erweiterte den Blickwinkel und sah nicht nur die eigene Gruppe, sondern auch andere Gruppen als Mitmenschen an. Natürlich gelang das nicht perfekt, aber es gelang. Diesmal spielte das Klima eine entscheidende Rolle für eine gründliche Durchmischung vieler kultureller Unterströmungen hauptsächlich im europäisch-vorderasiatischen Raum. Eine von vielen Zeiten des Klimawandels liess den vorderasiatischen Raum buchstäblich eintrocknen, die Lebensbedingungen dort wurden härter, sozialer Zusammenhalt wichtiger. In Europa wurde es wärmer und feuchter, und dort wanderten ganze Völker, von denen einige vorderasiatische und sogar nordafrikanische Wurzeln hatten, über weite Strecken, um einen neuen Ort zum Leben zu finden.

Aus einer solchen Mischung von vielen einzelnen kulturellen Elementen begann in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends eurer Zeitrechnung das zu werden, was man den europäischen Kulturraum nennen kann, und was nach einem kleinen Zeitalter übersteigerter Projektion, Polarisation und Mystifizierung des Alltags, den ihr als Mittelalter kennt, die Gegenbewegung der Renaissance hervor brachte, in der die rationale Vernunft, die Naturwissenschaften und der Glaube an die persönliche Tatkraft zu einer nie gekannten Beschleunigung der Entwicklung führte. Das war, verglichen mit dem, was man kannte, sicher schon so eine Art Turbogang.

Weit und breit war jede Menge Fortschritt zu sehen, neue Erdteile wurden entdeckt und besiedelt, die Welt wurde im wahrsten Sinne des Wortes rund, und von Schneckentempo konnte ganz und gar keine Rede sein.

Der echte Turbogang sollte aber noch kommen. Evolutionen haben es an sich, dass sie sich permanent selber beschleunigen, so lange, bis sie etwas ganz Neues hervorbringen, was nicht mehr in ihre alten Strukturen gepasst hätte. Und an diesem Punkt seid ihr gerade jetzt.

Bedenkt, dass im Jahr 2000 in einer einzigen Woche so viel geschah, wie zu Goethes Zeiten in einem ganzen Jahr. Das bedeutet mathematisch, dass die Zeit sich während 200 Jahren auf das 52fache beschleunigt hat. Kann sich das jemand von euch vorstellen? Wahrscheinlich nicht, und das ist auch ganz gut so, sonst würde euch schwindlig. Es ist aber hilfreich, um die Situation eurer Gegenwart besser einschätzen zu können, sich das gelegentlich wenigstens mal vor Augen zu führen, und mit Zahlen geht das ganz gut. Was die Vorstellung nicht schafft, da hilft die Mathematik gern aus.

Man merkt die Beschleunigung nicht so sehr, da man sich daran gewöhnt. Wenn man in einem Auto sitzt und allmählich immer schneller fährt, merkt man das ja auch nicht. Man wundert sich allenfalls, wenn man auf den Tacho schaut.

Nun, inzwischen schreiben wir 2009, und die Zeit hat sich weiter beschleunigt, sogar so, dass man es inzwischen recht deutlich merkt. Es ist, als würde die Evolution auf das Gaspedal treten und ihre Passagiere von der Beschleunigung an die Rückenlehnen gedrückt werden. Aber man gewöhnt sich immer wieder, und der Kosmos zieht den Hut vor euch, dass ihr da so gut mitkommt. Schnecken können wir nirgendwo sehen, ausser im Tierreich. Es kommen sogar die Leute damit zurecht, die gar nicht bewusst in das Neue Zeitalter hinein gehen wollen, sondern sich hinüberziehen lassen werden, sobald es soweit ist. Und es kommen all jene Menschen gut damit zurecht, die von viel gemütlicheren Welten stammen und sogar jene, die für einen Gastaufenthalt als zusätzlicher Katalysator extra auf euren Planeten eingereist sind.

Nun bedenkt bitte, dass sich diese ungeheure Geschwindigkeit und die noch viel ungeheuerlichere Beschleunigung noch immer im Alten Bewusstsein abspielen, denn das existiert ja noch. Das lässt einen dann wirklich den Hut davor ziehen, wie gut die Menschen damit umgehen können. Wenn man das so betrachtet, dann, denke ich, wird man den Fortschritt nicht mehr für eine Schnecke halten, und der Blickwinkel entscheidet darüber, wie man etwas empfindet: Es geht also, was die Entwicklungsgeschwindigkeit betrifft, sehr gut voran. Sehr, sehr gut sogar. Führt euch das vor Augen, und einige Sorgen werden entfallen. Die Welt ist nicht stehen geblieben und dreht sich auch keineswegs rückwärts.

Nun werdet ihr aber nicht zufrieden sein, und das ist auch ganz richtig so. Es ist nicht die Geschwindigkeit, die Probleme macht, sondern es sind die Inhalte, an denen die Menschen noch so sehr hängen. Das führt dann zum Beispiel dazu, unter vielem anderen, dass neue, umweltverträgliche Technologien nicht genutzt, soziale Gerechtigkeit, friedliche Politik nicht verwirklicht wird, obwohl man sehr gut wüsste, wie das gehen könnte, und vieles sich nicht wandelt, was sich wandeln sollte. Zumindest zurzeit noch.

Und da seid ihr Katalysatoren besonders gefordert, mit eurer ganzen Intelligenz und eurem ganzen Wissen. Und mit eurer ganzen Liebe auch. Das ist euer Job hier und jetzt: Gebt euch Mühe zu verstehen, wie der Wandel abläuft. Wenn ihr versteht, ist es leichter, Vertrauen zu haben. Ihr müsst dann nicht mehr blind vertrauen, und wissendes Vertrauen ist eine ganz andere, viel kraftvollere Energie. Die Dynamik der zunehmenden Geschwindigkeit kennt ihr ja jetzt, und ihr habt auch gesehen, dass es, verglichen mit anderen Welten, auf der Erde recht flott voran geht.

Nun erinnert euch, dass es zum alten Bewusstsein dazugehört, dass man an den Fortgang von Vereinzelung, Kampf, Polarität, Elend und Zerstörung glaubt. Es ist nicht so sehr Dummheit, sondern eher Gründlichkeit der Erfahrung, dass die meisten Menschen noch so denken.

Wenn ihr wisst, dass man aus diesem Denken nicht raus kommt, so lange man im Alten Bewusstsein drin ist, wird es euch im Augenblick dieser Erkenntnis schon weniger Sorgen machen. Man kann sich künftig viel Arbeit am falschen Ansatzpunkt sparen. Versucht nicht, jemanden, der noch im Alten Bewusstsein lebt, davon zu überzeugen, dass es auch anders ginge, dass die Welt sich ändern kann und wird. Im Alten Bewusstsein kann er das nicht verstehen. Und ihr vergeudet nur Kraft und Zeit, wenn ihr euch dann einen Märchenonkel oder eine Märchentante nennen lassen müsst.

Verwendet eure Kraft dort, wo ihr wirklich etwas damit bewirkt: Seid beharrlich. Wenn ihr etwas gefunden habt, was für die Welt und ihre Bewohner besser ist als das, was sie bisher hatten, dann benutzt es, fördert es, lobt es. Aber missioniert nicht damit, geht lieber mit gutem Beispiel voran, ohne viel zu reden. Entscheidet euch für Öko-Strom, auch wenn der ein paar Cent mehr kostet als anderer Strom. Lasst Batterie-Eier links liegen und kauft solche von echten Hühnern. Esst eben ein paar Eier weniger, wenn es noch zu teuer ist, das ist sowieso besser für die Gesundheit. Vertragt euch mit euren Ex-Männern und Ex-Frauen und ladet sie zum Essen ein (vorausgesetzt, sie sind schon soweit). Freut euch, wenn es euch und ihnen gut geht. Sie waren schliesslich allesamt Begleiter auf eurem Weg, wo ist der Grund zum zornig Sein? Lasst eure Kinder ihre Berufe selber wählen und freut euch, wenn sie dann Freude damit haben. Und so weiter. Der Beispiele im Alltag sind unzählige.

Damit geht ihr mit gutem Beispiel voran, denn das morphogenetische Feld (das Kraftfeld der Überzeugungen und Gedanken), welches das Massenbewusstsein prägt, verändert sich, und Einer nach dem Anderen macht es euch nach. Ihr müsst nichts rechtfertigen oder jemanden überzeugen, tut einfach was ihr für gut und richtig erkannt habt. So verändert sich das Massenbewusstsein selbst, und ohne dass sie es merken, verändern die Menschen des Alten Bewusstseins ihre Sichtweise und wachsen in das Neue Bewusstsein hinein.

Eure Verantwortung dabei ist, dass ihr wisst, wie die Dynamik des Wandels funktioniert und ihr wissend vertraut.

  1. Evolution, auch kulturelle Evolution, wird von einem intelligenten Plan gesteuert, nicht vom Zufall.

  1. Es ist ein jeder Evolution innewohnendes Gesetz, dass sie sich zunehmend beschleunigt, während sie sich entfaltet.

  1. Dies geht so lange, bis die Evolution einen Punkt erreicht, wo sie aus sich selbst etwas Neues hervorbringt, was in ihre alten Strukturen nicht gepasst hätte.

  1. Es gibt ein morphogenetisches Feld, das das Massenbewusstsein prägt.

  1. Dieses morphogenetische Feld wird von Überzeugungen, Gedanken und Gefühlen geschaffen.

  1. Verändert eine Gruppe von Menschen diese, dann verändert sie damit das morphogenetische Feld des Massenbewusstseins.

  1. Ein verändertes morphogenetisches Feld verändert wiederum das Massenbewusstsein selbst, und dies zieht ein verändertes Denken und Handeln von immer mehr Menschen nach sich.

  1. Ein starkes Kraftfeld bringt ein schwächeres Kraftfeld auf seine eigene Frequenz und wird dadurch noch stärker. (Harmonische Induktion)

  1. Wer sich mit dem intelligenten Plan der Evolution, das heisst mit der Entwicklung, übereinstimmend verhält, hat das stärkere Kraftfeld.

 

Ich glaube, die beiden letzten Punkte muss ich euch erklären. Was Harmonische Induktion ist (ein Begriff aus der Physik), wissen die meisten Leser inzwischen. Man kann es im Alltag überall beobachten: Trifft man einen sehr fröhlichen Menschen und ist selber gerade etwas traurig, wird man selbst bald fröhlich sein. Der frohe Mitmensch fühlt sich noch besser. Das ist ein lebendes Beispiel für Harmonische Induktion. Und deshalb ist es so wichtig, dass ihr das stärkere Kraftfeld habt. Dann läuft die Wandlung von ganz allein.

Nur habt ihr das noch nicht alle zu jeder Zeit. Noch lassen sich viele von euch runter ziehen, indem sie an ihrem inneren Wissen zweifeln und so wieder in die grosse Gruppe derer zurück rutschen, die nicht an den Bewusstseinswandel glauben. Schwupps, ist man wieder im Alten Bewusstsein und hat Angst und macht sich Sorgen, obwohl man doch eigentlich weiss, dass das nicht sein müsste und dass man eigentlich für etwas ganz Anderes auf der Welt ist. Wie ist das bloss passiert?

Na, durch Harmonische Induktion natürlich, das ist einfach nur Physik und funktioniert leider auch bei nicht so ganz harmonischen Inhalten wie Zweifeln, Sorgen und Zynismus. Wenn ihr das wisst, könnt ihr immer öfter den Beginn eines solchen Rückfalls spüren, euch sanft anhalten und euch auf eure eigenen Überzeugungen zurück besinnen, dann werdet ihr immer öfter gar nicht zurück fallen. Wissen allein stärkt euer Kraftfeld schon, und ihr seid weniger gefährdet.

Wenn ihr den Kosmos und Mutter Erde um regelmässige Unterstützung bittet, damit ihr bei eurem Wissen und euren Überzeugungen bleiben könnt, dann werden beide euch sehr gerne helfen. Der Kosmos dadurch, dass ihr euch immer wieder erinnert, wozu ihr hier seid, und Mutter Erde, indem sie euch anbietet, euch gut zu erden und dadurch zu stabilisieren.

Vielleicht mögt ihr euch für eine Weile beides zur täglichen Übung machen. Es dauert nur wenige Minuten, die sich sehr positiv im Alltag bemerkbar machen werden.

Silvie: Hilfe Tio, Pause!!! Du hat ja vielleicht ein Tempo drauf!

Tio: Jaaaa, ich bin auch keine Schnecke! Gut, denn!

(Weiter an einem anderen Tag:)

Tio: Geerdet sein und Angst haben verträgt sich übrigens nicht miteinander. Es handelt sich bei diesen beiden energetischen Zuständen um Frequenzmuster, die sich, physikalisch betrachtet, gegenseitig neutralisieren, deshalb kann man sich nur in jeweils einem der beiden Zustände befinden. Wenn man das weiss, hat man ein sehr wirkungsvolles Mittel zur Hand, mit dem man sich ohne viel Mühe in einen angstfreien Zustand bringen kann, der nach einiger Zeit dauerhaft werden wird. Euer Körper und eure Aura mögen harmonische Frequenzmuster, deshalb werden sie diese immer bevorzugen und aus demselben Grunde werden sich harmonische Muster immer verselbständigen, wenn man sich nur oft genug in eben diesen Zustand versetzt. Deshalb ist es so eminent wichtig, gerade in diesen stürmischen Zeiten, dass ihr übt, euch gut und schnell zu erden.

Silvie: Erinnere doch bitte die Leser daran, wie man das tun kann.

Tio: Zum Beispiel, indem ihr euch auf den Boden setzt (es kann ruhig der Zimmer- boden sein) und euch möglichst lebhaft vorstellt, aus eurem Steissbein, das sich beim Sitzen am selben Ort im Körper befindet wie das unterste Chakra, wächst eine lange starke Pfahlwurzel, wie bei einem Löwenzahn, tief in den Erdboden. Durch diese Wurzel könnt ihr alles aus eurem Energiesystem hinaus fliessen lassen, was euch stört, z.B. Angst, und dann mit einem zweiten Gedanken alles hinauf steigen lassen, was euch nährt, z.B. die grüngoldene, beruhigende, angenehme Energie von Mutter Erde. Dasselbe funktioniert auch mit den Fusschakren oder man kann, was ich persönlich sehr schön fand, wann immer ich ein Mensch war und auf Erden wandelte, mit den nackten Füssen über Mutter Erdes warme Haut gehen, richtig ihren Körper unter den Fusssohlen spüren. Das geht im Sommer in „echt“ und im Winter in der Vorstellung.

Tut das regelmässig, damit ihr die Übung zur Verfügung habt, wenn etwas euch Angst macht.

Es ist nämlich ein Märchen, dass Angst notwendig wäre, um euer physisches Überleben hier auf Erden zu sichern. Angst ist dabei viel eher hinderlich; ein klarer Kopf und intakte Handlungsfähigkeit kann man dafür wesentlich besser gebrauchen. Man muss vor gar nichts Angst haben – es ist nur nötig zu wissen, dass manche Dinge gefährlich sind, und wenn man das weiss, dann kann man sie sein lassen oder sie mit der gebührenden Vorsicht angehen.

Wenn ihr euch gut erdet, werdet ihr immer seltener Angst verspüren, und wenn doch, werdet ihr euch sehr rasch in einen angstfreien, gut geerdeten Zustand versetzen können. Das spart eine Menge Therapie!

Ich bin ganz und gar kein Therapiegegner, nur denke ich, dass es irgendwann auch damit genug sein darf, und ihr werdet ja inzwischen gemerkt haben, dass guter Wille und die nötige Beharrlichkeit bei kleinen, aber effizienten Übungen immer öfter ausreichen, damit es euch gut geht. Therapie kann man sich aufheben für die Dinge, wo wirklich noch etwas un-heil, im grösseren Ausmass nicht heil ist, nicht auf das gewohnheitsmässige Angsthaben und das ebenso gewohnheitsmässige Hereinfallen auf kollektive Panikmuster. Die bekommt man mit einer guten Erdung in den Griff, die euch ausserdem den Kopf soweit klärt, dass ihr erkennen könnt, ob da etwas wirklich gefährlich ist oder ob ihr es nur vermutet.

Das ist sehr gut.

Silvie: Das mit den Frequenzmustern finde ich interessant. Ich habe einmal in einem Roman über das Zusammenleben von Weissen und Aborigines in Australien gelesen, dass ein Schamane eine ganze Anzahl von Frequenzmustern gezeichnet hat, die durch Gefühle verursacht werden und beim Menschen sowohl auf die Psyche als auch auf den Körper wirken. Angst war dabei das chaotischste Muster und hatte die stärksten negativen Auswirkungen. Die Frequenz von „Liebe und Nahrung von Mutter Erde“ war das heilsamste.

Tio: Da kann er Recht haben, der Schamane. Wahrscheinlich hat sich der Romanautor in eine sehr informative Datei von kollektivem Wissen eingeloggt. Weisst du den Titel noch?

Silvie: Von der Datei?

Tio: Von dem Roman. Die Datei findet man auch so, indem man sich zentriert und den Kosmos bittet, sie zu öffnen, wenn das in Ordnung ist. Dann kann man die angesprochenen Frequenzmuster empfangen und aufzeichnen. Es funktioniert, wenn man sauber arbeitet, das heisst, alle vorgefassten Meinungen weg lässt, seinen Kopf ganz leert und dann abwartet, was kommt. Das ist kollektives inneres Wissen, es ist in jedem Menschen, das kann man erreichen – muss man aber nicht, ihr braucht euch jetzt keinen Leistungsdruck zu machen.

Silvie: Weiss ich leider gar nicht mehr. Auch den Autor nicht.

Tio: Schade.

Nun denn – den letzten Punkt von der obigen Liste will ich euch noch erklären: „Wer in Übereinstimmung mit dem intelligenten Entwicklungsplan der Evolution ist, hat das stärkere Kraftfeld.“ Automatisch hat er das. Er fährt nämlich sozusagen Zug, anstatt neben den Geleisen herzulaufen oder gar in die Gegenrichtung zu stapfen. Die natürliche Entwicklung geht gegenwärtig zum Ausdehnen, zum klüger Werden, zu mehr Liebe, zu mehr Erkenntnis, zu mehr Vertrauen. Das ist so, weil diese Inhalte wiederum in Einklang sind mit der natürlichen Tendenz des Universums, sich gegenwärtig und eine ganze Weile noch auszudehnen. Wer diese Inhalte in sich findet und stärkt, der darf in den Zug steigen und rasch und komfortabel reisen. Ein Mensch, der sich oft und immer öfter in einem solchen ausgeglichenen Zustand befindet, wird die Harmonische Induktion dazu nutzen können, Andere rauf zu ziehen, anstatt sich runter ziehen zu lassen. Und das funktioniert sogar ganz ohne Arbeit, einfach nur durch Sein.

Und das ist im Kern das, was ihr Entwicklungshelfer hier zu tun habt: Zieht andere energetisch rauf. Geht mit gutem Beispiel voran. Lebt so bewusst wie möglich und erinnert euch täglich daran, warum ihr hier seid. Erdet euch gut und lebt einfach euer Leben. Wer bereit ist, gerade auf einen Menschen, wir ihr es seid, zu treffen und zu beginnen, umzudenken und ein Neues Bewusstsein für möglich zu halten, der wird euch schon begegnen. Schliesslich ist beim Aufstieg ins Neue Bewusstsein eine sehr gute Logistikerin am Werk, die schon so manchen Job ausgezeichnet durchgeführt hat: Die seelische Evolution nämlich.

Und wenn ihr auf diese Weise im Zug reist und immer wieder die Hand ausstreckt, um Anderen dabei zu helfen, ebenfalls einzusteigen – falls sie das jetzt wollen – dann wird sich das Massenbewusstsein bald ändern und die Welt ebenfalls.

Silvie: Es wird also Weltfrieden geben, über kurz oder lang?

Tio: Der Weltfrieden wird gar keine andere Wahl haben, als sich zu verwirklichen. Aber im neuen Bewusstsein eben, nicht im Alten.

Silvie: Kann es sein, dass sich die Welt vorübergehend teilt in Inseln des Neuen Bewussteins und Inseln des Alten Bewussteins?

Tio: Das ist sogar sehr wahrscheinlich und es ist genau das, was ihr gegenwärtig erlebt. Es gibt immer mehr Menschen, Gemeinschaften, Firmen, Freundeskreise, Orte und so weiter, die im Neuen Bewusstsein ankommen und dort leben. Denen geht es im Wesentlichen gut, sie haben natürlich auch noch keine Ferien, und Entwicklung geht sowieso immer weiter. Aber dort lebt man bewusst, man weiss, dass das Neue Bewusstsein nur eine Frage von Geduld und Beharrlichkeit ist, und man lebt in diesem Sinne und verwirklicht es immer mehr im Alltag.

Und dann gibt es Menschen, Orte, Gemeinschaften, die sich noch im Alten Bewusstsein befinden und wo es entsprechend angstvoll, machtbesessen, kriegerisch, mangelfixiert und polarisierend zugeht. Nach und nach werden sie aber weniger und weniger und – aber das ist Harmonische Induktion, schmunzel, das kennt ihr doch.

Silvie: Können wir uns darauf verlassen?

Tio: Überlegt euch, auf welcher Insel ihr wohnen wollt. Jetzt. Sofort.

Silvie: Aber man muss dafür nicht äusserlich umziehen, oder?

Tio: Im Allgemeinen nicht, aber manchmal schon. Im Allgemeinen ist das Hineinwachsen in das Neue Bewusstsein ein innerer Vorgang, der die entsprechenden Veränderungen im Aussen Schritt für Schritt nach sich zieht. Aber es ist denkbar und manchmal kommt es vor, dass man, um entwickeln zu können, eine destruktive Familie, ein Land im Kriegszustand, einen Job mit Hungerlohn oder ein sehr schwächendes und kränkendes Umfeld verlassen muss.

Silvie: Ich denke gerade an all jene, die das nicht können.

Tio: Das kann man, wenn man an dem Punkt angekommen ist, wo man sich sagt: „Ich halte etwas Besseres für möglich, ich will hier raus!“ Denk dran, dann ist man im Einklang mit dem grossen Kraftfeld der natürlichen Entwicklungsrichtung, und entsprechende Ereignisse werden eintreten, die dem Betreffenden weiter helfen.

Silvie: Dann muss man eigentlich gar nichts tun

Tio: Dooooch, missversteht das bitte nicht. Tut das, was euch richtig erscheint und das, was gut geht. Bietet eure Hilfe an, wenn ihr könnt, und gebt dem die Hand, der sie ergreift. Wenn Menschen Hilfe erhalten, muss es doch auch welche geben, die Hilfe anbieten. Natürlich sollt ihr was tun, an euch, in eurem eigenen Alltag, und dort, wo ihr gebraucht werdet.

Silvie: Gerade bekam ich einen Brief, in dem eine gute Bekannte, die ebenfalls Heilerin ist, berichtete, dass sie so viele verzweifelte Klienten hat, die sich von den gegenwärtigen Ereignissen überfordert fühlen. Meine Klienten sind auch teilweise beunruhigt, aber eigentlich nicht sehr. Erstaunlich wenige sogar. Wieso ist das so unterschiedlich?

Tio: Vielleicht wissen von deinen Klienten schon mehrere, wo die fruchtbaren und friedlichen Inseln sind. Sie wissen, wo sie hin wollen, aber sie wissen oft noch nicht, wo das Schiff abfährt. Du hast genug zu tun, und was auf alle Fälle drängt, ist das Loslassen persönlicher alter Reaktionsmuster, die mit der gegenwärtigen Weltlage gar nichts zu tun haben, aber dennoch ins Alte Bewusstsein gehören. Da scheint dein Beratungsfeld zu sein, während deine Bekannte eher dort arbeitet, wo Mut gemacht werden muss. Sie muss den Leuten sagen: „Es gibt ein Schiff“, während du eher sagst: „Dort könnt ihr es erreichen.“ Jeder findet dort hin, wo das wartet, was er braucht.

Silvie: Tio, was sagst du eigentlich zur Finanzkrise? Irgendwie lebe ich – nach kurzzeitiger Beunruhigung am Anfang der Krise – inzwischen, als gäbe es sie nicht, und wenn ich überhaupt was merke, dann dass ich mehr im Augenblick lebe und mir weniger Sorgen mache anstatt mehr. Es ist, als sei meine Körpertemperatur um ein halbes Grad gestiegen, das Leben ist intensiver, bunter, prickelnder und viel weniger planbar geworden. Aber vielleicht ändert sich das ja noch.

Tio: Du weisst, dass die Finanzkrise nur ein Teil eines Genesungsprozesses für die Weltwirtschaft ist. Das ist vergleichbar mit einer schweren Grippe, nach der man einige Zeit braucht, um sich zu erholen, wonach man sich dann aber besonders fit fühlt und wonach man bemerkt, dass viele alte Belastungen während der Krankheit verschwunden sind.

All das, was nicht mehr weiter trägt, verschwindet, und andere Strukturen entwickeln sich. Das braucht seine Zeit, es soll ja gerade kein Zusammenbruch werden. Wenn ihr nichts Anderes hättet als das, was ihr bisher gehabt habt, gäbe es Anlass zur Sorge, aber so ist es ja nicht. Es gibt jede Menge neue Märkte, in denen echter Bedarf an Forschung, an Gütern, an Investitionen und Produktion besteht: Erneuerbare Energien, andere, umweltfreundliche Fahrzeuge, Feldfrüchte mit hohen Erträgen, die ökologieverträglich sind, jede Menge Bedarf an alternativer Medizin, Information, Dienstleistungen aller Art. Das ist ja alles da, es muss nur für gut und buchstäblich not-wendig erkannt werden, es muss gefördert werden und sich vermehren. Das gibt eine gesunde neue Wirtschaftsgrundlage.

Was dringend weg muss, weil es wirklich nicht mehr länger funktioniert, sind persönliche Machtinteressen, unbegrenzte Expansion, Leben auf Pump im grossen und im kleinen Stil, Ausbeutung jeglicher Art von Menschen, Tieren und Ressourcen, Verteilungsprobleme, Feindbilder und Konkurrenz.

Was dringend her muss, sind Kooperation, Fairness, soziale Intelligenz, Gewissen, Achtung, Pioniergeist, Begeisterung und Mut. Gebt der Neuen Welt etwas Zeit, dann entwickelt sie sich schon, besucht oft euer reines Herz, euer Herzzentrum, und lasst euch nicht beirren. Damit beschleunigt ihr eine positive Entwicklung.

Silvie: Was die Leute oft fragen: Wie kann man es verantworten, in einer Zeit wie dieser Kinder zu bekommen?

Tio (liebevoll und heiter): Das entscheiden doch die Kinder, nicht die Eltern. Die Aufgabe von Eltern oder werdenden Eltern oder zukünftigen Eltern besteht darin, dass sie selbst möglichst bewusst leben, dass sie etwas tun, um heil und ganz zu werden, und auf diese Weise ihren Kindern einen möglichst liebevollen, gedeihlichen Rahmen zu bieten, in dem sie geboren werden und heranwachsen können. Zu diesen Aufgaben gehört auch, nicht einfach blind der Biologie ihren Lauf zu lassen, sondern möglichst mit den Babies zu warten, bis sie als Eltern eine gewisse Reife haben und für gute Lebensbedingungen gesorgt haben. „Die Pille“ und Ähnliches ist eigentlich nicht dafür gedacht, im Medizinschränkchen vergessen zu werden, sondern eine überlegte Familienplanung zu ermöglichen.

Aber das letzte Wort haben immer die Kinder. Sie suchen sich die Zeit aus, in der sie geboren werden, und sie suchen sich die Welt aus, in der sie leben wollen, und die Bedingungen, unter denen sie beginnen. Und manchmal kommen sie eben auch dann, wenn man nicht mit ihnen rechnet, dann ist es auch in Ordnung.

Die Eltern können sie einladen oder sagen „Wartet noch, wenn ihr könnt“, aber entscheiden tun immer die Kinder selbst, wann und wo sie geboren werden.

Ob man die Entscheidung für Kinder überhaupt verantworten kann, ist nach unserer Sicht nicht so ganz die richtige Fragestellung; klüger wäre es zu fragen: „Wie können wir uns so vorbereiten, dass wir ihnen einen möglichst guten Start geben?“ Und die beste Kindheit ist eine mit viel Liebe und viel Freude, nicht unbedingt eine mit viel Geld und in einer Villa.

Silvie: Noch mal zur Finanzkrise: Sie wird uns also gar nicht treffen?

Tio: Kommt drauf an, auf welcher Insel du jetzt lebst. Sie wird den zur Veränderung auffordern, der eine Resonanz dazu hat. Hat man sehr über seine Verhältnisse gelebt, werden sich die Finanzen gesund schrumpfen müssen, man muss sich überlegen, was man wirklich braucht. Zu diesen Menschen werden aber nicht viele von euch gehören. Das ist eine andere Interessengruppe, Silvie kennt einige solche Menschen.

Silvie: Als ich Putzfrau war, arbeitete ich bei Familien, die ein grosses Haus, grosse Autos und andere teure Interessen hatten. Dafür arbeiteten sie sehr viel, damit sie die Raten bezahlen konnten, und wenn sie abends nach Hause kamen, waren sie erschöpft und schnauzten ihre Kinder an, die tagsüber auf sich allein gestellt gewesen waren. Ausserdem machten sie sich krank durch den ganzen Stress. Ich dachte oft, wenn sie etwas weniger Materie hätten, wären sich vielleicht glücklicher.

Tio: Um es mal überspitzt darzustellen, aber so ähnlich war es. Ein solches Leben ist sicher mal eine interessante Erfahrung, aber es ist genau das, was eben nicht glücklich macht. So etwas wird sich gesund schrumpfen müssen.

Es gibt eine andere Menschengruppe, die von der Finanzkrise zur Erkenntnisarbeit aufgefordert werden kann, es werden einige von euch dazu gehören. Das sind die Menschen, die Angst haben, die in Mangelkategorien denken, die sich in der Materie unsicher fühlen. Hier steht nicht so sehr äussere, sondern innere Veränderung an, die dann natürlich das Aussen auch positiv beeinflusst. Wenn Angst deutlich spürbar wird, stellt euch ihr, schaut sie an, woher kommt sie wirklich, welche Erfahrungen und Erinnerungen im Alten Bewusstsein stecken dahinter? Löst das auf, und wenn nötig, lasst euch dabei helfen, und erdet euch gut. Das Neue Bewusstsein möchte genug Essen für alle, genug Energie für einen ordentlichen Lebensstandard, genug Vergnügen, genug Sicherheit, genug Gesundheit auf die Erde bringen.

Was es nicht mehr unterstützt, ist die Polarisierung von ungenutztem Reichtum, der sowieso nicht glücklich macht, auf der einen Seite und geduldig oder auch ungeduldig ertragener Armut, innerhalb derer man sich sowieso nicht richtig entwickeln kann, auf der anderen Seite.

Silvie: Lassen wir noch einige Punkte für die nächste Schreibstunde?

Tio: Das machen wir so.

(Am nächsten Tag):

Silvie: Lieber Tio, könntest du uns vielleicht einige Glaubenssätze nennen, die ins Alte Bewusstsein gehören und die Ankunft des Neuen Bewusstseins verzögern könnten? Wenn man weiss, was einen stört, kann man es viel leichter loslassen.

Tio: Natürlich. Dann gebe ich euch die positiven Alternativen aber gleich hinterher.

Der wichtigste Satz ist wohl:

  1. Es war immer so (schlecht), dann ist es logisch, dass es immer nur noch schlechter wird. - Alternative: Man kann von der Vergangenheit nicht auf die Zukunft schliessen. Also kann es besser werden.

  1. Das Alte muss zusammenbrechen, damit sich etwas Neues entwickeln kann. - Alternative: Etwas Neues entwickelt sich viel lieber als langsame Veränderung, man kann es überall im Leben beobachten.

  1. Die meisten Menschen sind zu dumm, um die Notwendigkeit für den Wandel zu begreifen. - Alternative: Das hat mit Dummheit nichts zu tun, sondern mit Gewohnheit. Und Gewohnheiten kann man ändern.

  1. Wir sind zu wenige, um etwas zu bewirken. - Alternative: Auch der Ozean besteht aus Tropfen. Jeder ist wichtig, alle zusammen schaffen es.

  1. Schaut euch die Welt an – schlimmer als je zuvor. - Alternative: Das ist schlicht und ergreifend ein Irrtum – schaut in die Geschichtsbücher, um eure Perspektive zu korrigieren, und in der Gegenwart fokussiert euch auf das, was schon besser geworden ist als es früher war.

  1. Der Maya-Kalender geht nach 2012 nicht mehr weiter. - Alternative: Der Maya-Kalender endet mit dem Zeitalter, das ihr „Altes Bewusstsein“ nennt. Für das Neue Bewusstsein gibt es noch keinen Kalender, und aus dem Fehlen eines Kalenders kann man nicht schliessen, dass es kein Neues Zeitalter geben wird.

  1. Wir fallen immer wieder zurück in alte Angstmuster, dagegen können wir nichts machen. Das Negative ist einfach stärker. - Alternative: Erdet euch konsequent. Angst und Erdung können nicht zugleich existieren. Bemüht euch, die Dynamik der Evolution zu verstehen, das schafft Vertrauen. Stärkt dadurch euer Kraftfeld und beobachtet das physikalische Gesetz der Harmonischen Induktion bei seiner Wirkung.

  1. Wir bekommen die Umweltschäden nicht mehr in den Griff. - Alternative: Mit den gegenwärtigen Mitteln nicht, aber mit den zukünftigen ziemlich sicher.

Reicht das? Man könnte diese Liste endlos fortsetzen, aber das verwirrt euch nur. Ich bin sicher, dass ihr fühlen könnt, wenn ihr euch im Alten Bewusstsein befindet, und dann haltet inne und entscheidet euch bewusst für das Neue.

Silvie: Danke Tio, ich denke schon, dass das reicht.

Etwas möchte ich noch näher erklärt haben: Was ist das, was die Evolution – oder jede Evolution, wie du sagst, gebiert, was nicht mehr in ihre alten Strukturen passt?

Tio: Das ist mir recht, dass du das fragst. Ihr könnt wissender und stärker vertrauen, wenn ihr verstanden habt, wie Evolution funktioniert.

Das wichtigste dabei ist zu wissen, dass sie einem intelligenten Plan folgt und nicht dem Zufall. Ein intelligenter Plan ermöglicht eine stetige Entwicklung zum Besseren, Zufall nicht unbedingt. Jedes Neue, das die Evolution hervorbringt, ist etwas komplexer, etwas klüger, etwas feiner als das, woraus es entstanden ist. Wachstum funktioniert überhaupt nur so: Etwas Neues entsteht, was vorher nicht da war. Das ist ein einfaches Naturgesetz.

Und dem folgt natürlich auch die Evolution, jede Evolution, die biologische und natürlich auch die kulturelle und die seelische, und die universale auch. Jede Bewusstseinsstufe ist etwas komplexer, etwas feiner, etwas differenzierter als die vorige und weiss ein bisschen mehr. Dabei kann sich die Evolution in die Vielfalt auffächern, soviel es ihr beliebt, man sieht dieses Prinzip dann in jedem ihrer Zweige und hat eine Fülle von Entwicklungen, die sich von der Struktur her sehr ähnlich sind.

Manchmal sieht es vorübergehend so aus, als würde etwas sehr Untaugliches entstehen, aber das Schlüsselwort zum Verständnis heisst „vorübergehend“. Sieht man sich einen grösseren Abschnitt der Entwicklung an, erkennt man leicht, dass das scheinbar Untaugliche irgendetwas integriert hat, was vorher nicht integriert war. Es wird dann, wenn die Integration geschehen ist, seinerseits wieder transzendiert, das Wachstum geht weiter. So war es zum Beispiel im Mittelalter, das war das Zeitalter der Projektion und der kollektiven Panik, das war vorher in dem Masse nicht da gewesen, es musste erfahren werden und ging vorbei, wurde durch das Zeitalter der Vernunft abgelöst.

So sieht das aus, wenn man beispielsweise „von oben drauf schaut“ auf die Entwicklung. Es gibt natürlich auch gegenwärtig noch sehr hässliche Ereignisse und Zustände und manchmal einen haarsträubenden Mangel an Vernunft, aber das hat mit den Resten des Karma-Prinzips zu tun, das den ganzen letzten Abschnitt der seelischen Evolution auf Erden durchzog. Und das Alte Bewusstsein ist ja auch noch nicht ganz vorbei.

Nun aber: im Grossen gibt es dieses Neue auch, nicht nur im Kleinen, und dann entsteht etwas völlig anders Strukturiertes, buchstäblich noch nie da Gewesenes. Das ist nur in sehr grossen Zeitabständen der Fall, und das Neue ist dann so grundlegend anders, dass in der Evolutionslinie eine Lücke entsteht. Es ist tatsächlich wie eine Neugeburt oder wie ein Sprung nach vorn. In der biologischen Evolution entstand, als das Tierreich sich sehr hoch entwickelt hatte und für Tiere keine weitere Entwicklung mehr drin war, der Mensch.

Silvie (lacht): Und da haben wir ein Missing Link, beziehungsweise da haben wir eben keines.

Tio: Genau. Das Missing Link können eure Wissenschaftler lange suchen, sie werden es nicht finden. Es gab einfach einen Sprung vom Tiersein hin zum Menschsein. In der psychologischen Evolution sah das so aus: Tiere können fühlen und hoch entwickelte Tiere können ausserdem denken (wenn auch sehr konkret). Über sich selbst nachdenken können sie jedoch nicht, aber das kann der Mensch, und diese neue Fähigkeit war plötzlich da. Das ist ein Beispiel für das Neue, was die Evolution geboren hat.

Nun sind wieder Jahrhunderttausende vergangen, und der nächste Evolutionssprung steht an. Das Neue Bewusstsein wird geboren, plong, einfach so, weil die Zeit reif ist und die Evolution ihrem Plan folgt. Natürlich gibt es eine Zeit des Übergangs, gerade jetzt, wo einige Menschen im Alten Bewusstsein sind und einige im Neuen, und es gibt bei jedem Menschen ein Hin- und Her zwischen beiden Zuständen, bis man im neuen Bewusstsein stabil drin ist. Aber es gibt kein halbneues Bewusstsein und ebenso wenig ein halbaltes. Es ist ein Sprung, hopp, weil es an der Zeit ist. Man kann sich über eine Reihe von Wachstumsstufen darauf vorbereiten, wozu auch gehört, dass man immer öfter im Neuen Bewusstsein mal „gucken geht“. Und dann geschieht er und man ist dort und bleibt dort. Die Evolution ist reif dafür, und darauf kann man sich verlassen, und sie weiss, was sie tut.

Und wer schon stabil im Neuen Bewusstsein ist, weiss, wie sich der Sprung angefühlt hat.

Silvie: Doll, dann muss man eigentlich gar nichts dafür tun, es geschieht von allein.

Tio: Fast stimmt das. Die Pflanzen, Tiere und weitaus die meisten Menschen tun auch nichts bewusst dafür und kommen doch dort an. Es würde auf diese Weise funktionieren, aber es würde lange dauern. Damit es schneller geht, gibt es euch, die Vorreiter, die bewusst den Wechsel vollziehen und damit der Erde und ihren Bewohnern auf die Sprünge helfen. Es wird nämlich langsam Zeit für euch Erdenbewohner, alle anderen Welten sind schon dort, bloss ihr nicht, weil ihr so viel schwere Arbeit hattet. Wirklich, das meine ich gar nicht ironisch, wir haben ja oft genug darüber gesprochen.

Gut, und konkret und in einen Satz gepackt sind die wichtigsten Inhalte des Neuen Bewusstsein: „Frieden auf Erden und allen lebenden Wesen ein Wohlgefallen.“ Mir ist doch so, als hätten einige spirituelle Lehrer das schon vor langer Zeit gewusst und publik gemacht.

Silvie: Aber aufbauen müssen wir sie, die Neue Welt...

Tio: Das wird euch auch gelingen. Ihr werdet wissen, was zu tun ist. Ihr wisst es ja jetzt schon, jenseits aller Zweifel, die vielleicht noch da sind. Es gibt viele Evolutionen innerhalb der einen grossen, der seelischen Evolution. Sie machen jetzt alle ihre Sprünge: Die Kulturen werden Frieden für möglich halten, die Religionen werden die Göttlichkeit im Menschen deutlich machen, die Biologie wird sich umstellen auf wesentlich stärkere Selbstheilungskräfte, die Wissenschaften werden Methoden entdecken, mit denen heilbar wird, was bisher nicht heilbar war. Und die biologische Evolution wird ausserdem eure Körper leichter, feiner und durchlässiger machen, so dass ihr hellfühlig werdet und auf dieser Basis zu echter Verbundenheit fähig, weil ihr sie fühlt.

Reicht das?

Silvie: Bestimmt, Tio. Ich bin gebügelt.

Tio: Ja, das geht gut so, was?

Silvie: Ja, schmunzel, du kannst es wirklich mit meinem Lieblingsphilosophen aufnehmen.

Tio (humorvoll): Wir verraten aber nicht, wer das ist, sonst ist er noch beleidigt. Wir können versichern, dass wir überhaupt nichts bei ihm geklaut haben. Als du, Silvie, mal vor Jahren ein Buch von ihm als Comic umgesetzt hast und ihm in einem Leserbrief von deiner Idee berichtet hast, was he probably not amused.

Silvie: Ich habe es dann auch gelassen und das Buch nicht raus gebracht. Wir hatten auch nur die Idee und die Sprechblasen, aber noch nicht die Bilder, obwohl ich genau wusste, wie die aussehen sollten.

Und: geklaut haben wir noch nie und auch diesmal nicht. Aber inspirieren tut er mich immer. Dann lassen wir es für dieses Thema erst einmal so stehen. Ich danke dir ganz herzlich, Tio. Du inspirierst mich auch!

Tio: Na dann bin ich ja beruhigt! Ich danke auch dir. Und ich wünsche allen Lesern viel Spass beim Lesen und viel Stirnrunzeln, denn das ist das biologisch sichtbare Zeichen für intensive Denkprozesse, die ganz neu sind.

 




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