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° Krankheit als Sprache der Seele


Dr. Ruediger Dahlke
Krankheit als Sprache der Seele –
Wege aus Angst und Depression (Teil 1)


Eine Depression ist ein komplexes Krankheitsgeschehen und hat viele Hintergründe, Ursachen und Auslöser. Dr. Dahlke lenkt im ersten Teil des Vortrags das Augenmerk auf wirtschaftspolitische und soziale Gründe, die eine Depression auslösen können. Stichworte sind: Globalisierung, „Freisetzung“ von Arbeitskräften, Arbeitslosigkeit, Billigjobs, Druck und Überforderung, Langeweile und Unterforderung, falsche Kompromisse, Beschleunigung, Sinnlosigkeit.

In seinem Vortrag erläutert Dr. Dahlke zunächst mit verschiedenen Beispielen (Liebe, Lebensmitte, Wachstum) sein Konzept von „Krankheit als Sprache der Seele“. Damit ist gemeint: Wir haben gar keine Wahl, ob wir die großen Lebensthemen und Lebensaufgaben leben wollen oder nicht. Wir haben nur die Wahl, auf welcher Ebene wir sie leben: auf der seelisch-geistigen oder auf der körperlichen Ebene. Was nicht auf seelisch-geistiger Ebene gelebt und erlöst wird, das sinkt gerne in den körperlichen Bereich und zeigt sich dort in der unerlösten Form der Krankheit.


Dr. Ruediger Dahlke:
Krankheit als Sprache der Seele – Wege aus Angst und Depression (1. Teil)


Die Selbstmordgedanken, um die Depressive kreisen, sind für Dr. Dahlke ein Hinweis, dass wir uns mit dem Tod, der eigenen Sterblichkeit, bewusst beschäftigen müssten. Geschieht das nicht, bleibt das Thema unerlöst und sinkt in den Schatten.


19. Mai 2007 Dr. Ruediger Dahlke
Krankheit als Sprache der Seele –
Wege aus Angst und Depression (2. Teil)

Als Königsweg zur Vorbeugung und Behandlung einer Depression sieht Dr. Ruediger Dahlke die Auseinandersetzung mit den eigenen Schattenthemen im Rahmen einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie. Es geht darum, "hinabzusteigen in das Reich des Todes", und zwar freiwillig, bevor man durch die Krankheit Depression dazu gezwungen wird, die "Nachtmeerfahrt der Seele" anzutreten. Dies zeigen alle großen Mythen.


Dr. Ruediger Dahlke
Krankheit als Sprache der Seele – Wege aus Angst und Depression (2. Teil)


"Unerlöste Themen, die zu einer Depression führen können, sind in der heutigen Zeit neben dem Sterben vor allem Trauer und Abschied, die mit Beruhigungsmitteln gedämpft und damit verdrängt werden. Doch zurück gestaute Trauer kann sich nach Jahren als Depression zu Wort melden.

Antidepressiva können diese Reise durch die dunkle Nacht der Seele zwar ermöglichen (besonders bei schweren Depressionen), aber nicht ersetzen. Positives Denken bzw. die Arbeit mit Affirmationen wird von Dr. Dahlke sehr kritisch gesehen, weil dadurch gerade die dunklen Seiten des Lebens verdrängt und noch mehr Schattenthemen produziert werden.

Eine besondere Rolle kommt auf biochemischer Ebene dem "Wohlfühlhormon" Serotonin zu, ebenso dem Melatonin.


Um für sich zu klären, ob man selbst gefährdet ist, an einer Depression zu erkranken, empfiehlt Dr. Dahlke die folgenden vier Fragen zu klären:

1. Lebe ich mit dem Menschen, den ich liebe?
2. Liebe ich die Arbeit, mit der ich lebe?
3. Liebe ich den Ort, an dem ich lebe?
4. Wenn ich morgen sterben müsste, könnte ich dann gehen, ohne viel versäumt zu haben?


Buchtipp:
Dr. Ruediger Dahlke: Depression. Wege aus der dunklen Nacht der Seele. (Goldmann-Arkana), 544 Seiten, 20,60 Euro

www.dahlke.at


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