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° Kurswechsel
Kurswechsel
von Silvie Katz
Kurswechsel oder Verwechslungskurs? Warum und wozu dieses Buch entstand Dieses Buch ist nicht nur aus Freude am kreativen Schreiben, sondern auch aus einer gehörigen Portion Unmut heraus entstanden, verbunden mit dem Wunsch, aufmerksam zu machen auf eine ganze Reihe von falschen Einstellungen und offensichtlichen Fehlern, die sich in das Denken - und dementsprechend auch in das Handeln - des "New Age" (1) eingeschlichen haben. Die meisten derjenigen Menschen, die sich heutzutage in der westlichen Welt als geistige Avantgarde betrachten und mithelfen wollen, den Übergang in das neue Zeitalter so gut wie möglich zu bewerkstelligen, sind zwar bester Absicht, aber was man bei vielen vermisst, ist einerseits ein Mangel an Differenzierung und Kritikfähigkeit im Denken, verbunden mit einer allzu ausgeprägten Gutgläubigkeit, andererseits die Übernahme und Tradierung historisch und soziologisch bedingter Fehleinstellungen zum Wert des Lebens und zum Leben überhaupt. Diejenigen, die guten Willens sind, dem Wassermannzeitalter zu einem guten Start zu verhelfen, verdienen die meiste Anerkennung für ihre oft schwere Arbeit als "Entwicklungshelfer" und ihren grossen persönlichen Mut, haben andererseits aber auch die grösste Verantwortung dafür zu tragen, dass die Startbedingungen für das neue Zeitalter so positiv und so korrekt wie möglich aussehen werden. Diejenigen, die als Gegenpol zu jenen lobenswerten, wenn auch manchmal allzu optimistischen Pionieren fungieren, die Schwarzseher und Hoffnungslosen nämlich, die anstatt eines neuen Zeitalters mit neuen Werten das Ende der Menschheit befürchten, werden uns hier weniger beschäftigen - nur in marginalen Überlegungen, welche ihre Funktion als Gegenpol klären und welche versuchen, die Gründe für diesen Pessimismus zu hinterfragen. Gerade zu Beginn einer neuen Zeit ist die Verantwortung besonders gross, dass die Weichen so korrekt wie möglich für eine positive Entwicklung gestellt werden. Dies ist so, weil eine Zeitenwende auch immer eine ganz besondere Dynamik besitzt, die weitaus grösser ist als einige Jahrzehnte vor oder nach dem Wechsel in ein neues Zeitalter mit einem neuen Wertesystem. Der Wertewandel ist gerade in der Gegenwart, in der wir jetzt leben, enorm rasch. Wahrscheinlich wird die Menschheit so bald keine andere Gelegenheit wie diese mehr haben, in solch kurzer Zeit so viele und so bedeutende neue geistige Werte zu schaffen und in Umlauf zu bringen. Gerade deshalb ist aber auch die Verantwortung für das, was in Umlauf gebracht wird, gegenwärtig besonders gross. Wenn wir als menschliches Kollektiv jetzt etwas falsch machen, werden uns die Folgen lange beschäftigen. Wenn wir jetzt etwas richtig beginnen, werden die Früchte unseres Denkens und unseres Tuns uns selbst und einer langen Reihe künftiger Generationen zugute kommen. Diese Verantwortlichkeit betrifft nicht nur diejenigen, die Gruppen leiten, heilerisch arbeiten oder sogar grössere geistige Bewegungen ins Werk setzen, die grossen und kleinen, bekannteren und unbekannteren Lehrer (2), Heiler und Gurus, obwohl es sie in besonderem Masse angeht. Jeder, der eine Position expliziter Verantwortung innerhalb des neuen Denkens besitzt, möge sich deshalb sehr genau fragen, welche Gedanken er unter die Leute bringt und wie er zu diesen Gedanken gekommen ist.
Was wir tun können, um unsere Kreativität zu nutzen und unserer Verantwortung zu genügen, ist folgendes: Wenn wir eine Lehre, einen gesellschaftlichen Wert, eine persönliche Überzeugung betrachten, müssen wir so kritisch wie möglich sein. Kritisch zu sein, bedeutet nicht, von vornherein alles und jedes in Zweifel zu ziehen, was uns begegnet. Kritisch zu sein bedeutet vielmehr, einen gewissen Abstand des Betrachters zu wahren. Dieser Abstand wird uns in die Lege versetzen, nicht jeden Wert entweder zu wenig zu hinterfragen und so vielleicht etwas zu übernehmen, was uns und den Bedingungen der neuen Zeit nicht entspricht, oder andererseits etwas in Bausch und Bogen abzulehnen, ohne uns über die Gründe der Ablehnung weitest möglich im klaren zu sein, und so vielleicht etwas sehr Wertvolles zu verlieren. Kritisch zu sein bedeutet hier einfach, zu schauen und zu prüfen. Wir schauen mit unserer Intelligenz und prüfen mit unserer Intuition. Etwas anderes, was wir auch brauchen, um die Weichen des neuen Zeitalters so gut wie möglich zu stellen, ist Mut. Wenn wir unsere Kritikfähigkeit richtig einsetzen wollen, müssen wir auch den Mut haben, sogar Werte in Frage stellen, die für eine ganze Gruppe, eine ganze Epoche, einen ganzen Kulturkreis oder sogar für den ganzen Planeten gelten oder gegolten haben. Jeder geistige Wert hat eine Entstehungsgeschichte und einen Entstehungshintergrund, und dies bedingt, dass jeder geistige Wert relativ ist, das heisst, nicht unabhängig von Soziologie und Historie und nur innerhalb eines bestimmten Kontextes gültig. Das heisst nun nicht, dass wir zu fanatischen Revolutionären werden und alles Alte nieder reissen müssen. Es heisst, dass wir unsere Eigenverantwortung und unsere Kreativität weitestgehend befreien. Erst wenn wir - soweit dies jedem Einzelnen innerhalb seines persönlichen Kontextes möglich ist - befreit sind von verinnerlichten Werten persönlicher und kollektiver Natur, können wir den Wert von etwas Altem einerseits und von etwas Neuem andererseits erkennen, erst dann können wir unterscheiden zwischen Ideen, die uns wirklich weiterbringen und solchen, die aus Angst und Unwissenheit entstanden sind und uns in der Zukunft nur bremsen würden. Nur brauchen wir dazu Mut, das Alte zu hinterfragen und uns dem Neuen zu öffnen. Was uns hilft, den erforderlichen
Mut zu finden, ist Vertrauen. Was ich mit Vertrauen meine, ist nicht jene
Art fast kindlichen Gottvertrauens, das wir in den äusseren Formen vieler
Religionen finden und das die Eigenverantwortung an eine höhere Instanz abgibt.
Diese Art von blindem Vertrauen, die sich inzwischen überlebt hat, finden wir
dennoch gar nicht so selten im "New Age" wieder, und zwar immer dann, wenn
gutgläubig darauf vertraut wird, dass Gott uns schon beschützen und richtig
leiten wird - ohne dass wir uns um mehr Erkenntnis bemühen - oder wenn die
persönliche Verantwortung und die Fähigkeit auszuwählen an eine
Führungspersönlichkeit abgegeben wird. Was ic Was wir weiterhin benötigen, ist Wissen. Unsere Intuition ist sehr wichtig, und wir sollten sie fördern und auf sie hören. Aber die beste Intuition ist nicht genug, wenn sie uns nur vage anzeigt, dass etwas gut ist oder gefährlich, wir aber nicht herausfinden können, warum. Hier hilft uns Wissen als Gegenpol zum intuitiven Empfinden. Mit Wissen können wir manche Hintergründe aufklären und zu befreiten eigenen Wertmassstäben finden. Bei dem Erwerb von Wissen müssen wir uns nicht an die konventionellen Methoden halten, obwohl auch diese uns eine ganze Menge zu bieten haben. So ist zum Beispiel der hohe Entwicklungsstand der exakten Wissenschaften eines der Verdienste, das wir dem gerade zu Ende gehenden Fische-Zeitalter verdanken. Wir können auch unkonventionelle und neue Methoden des Wissenserwerbs nutzen; wir können gechanneltes Wissen, unser eigenes inneres Wissen (sehr wichtig), und untereinander ausgetauschtes und gemeinsam entwickeltes Erfahrungswissen hinzunehmen. Schon bald werden wir unterscheiden können, was Hand und Fuss hat und was nicht. Dabei brauchen wir nicht zu vergessen, dass unserem Wissen Grenzen gesetzt sind. Zum einen sind dies persönliche Grenzen, denn die Verständnisfähigkeit ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich je nach Seelenalter, Ausbildung, Vorbildung und Struktur der Intelligenz. All dies beinhaltet keinerlei Wertung, lediglich eine beschreibende Aussage. Zum anderen sind unserem Wissen Grenzen gesetzt durch den kollektiven Entwicklungsstand und Verständnishorizont der Menschheit. Wir sind heute sehr gut im Schaffen und Verstehen von Abstraktionen - ganz anders als dies noch vor tausend oder zweitausend Jahren der Fall war, als fast alle Menschen, um etwas zu verstehen, konkrete Beispiele brauchten. Auch dies ist keine Wertung, sondern beschreibt nur die Eigenschaft unseres Wissens als relativ und teilweise. Letztendlich bilden wir das Universum nur ab, aber wir erfassen es nicht vollständig. Das können wir nicht, denn wir sind nicht das vollständige Universum, sondern nur ein Teil dessen. Auch die Menschheit als Kollektiv kann nicht für sich in Anspruch nehmen, alles zu erkennen und alles zu wissen. Die Erde ist nur ein Planet unter vielen, die auf irgendeine Art und Weise belebt sind, und unsere Geschichte ist nur ein kleiner Teil innerhalb der grösseren Geschichte des Universums. Wir können einen Teil erkennen (unseren Teil), und wir können aufgrund des holographischen Aufbaus All dessen was ist, auf diese Weise die Struktur verstehen. Innerhalb dieser Relativität aber können wir wissend sein und wissend handeln. Wir müssen uns nur der Grenzen bewusst bleiben, dann erhalten wir uns unsere Wachstumsbereitschaft und unsere Bescheidenheit. Dann tun wir unseren Teil und leisten unseren Beitrag. Verbinden wir unsere Kritikfähigkeit mit persönlichem Mut, überpersönlichem Vertrauen und unserem eigenen Teil am Wissen, so werden wir nach bestem Wissen und Gewissen fragen, denken und handeln können und werden Freude haben an unserer Schaffenskraft und daran, dass wir ein sinnvoller, vielfach verbundener Teil innerhalb eines sinnhaft geordneten Universums sind, und dann werden wir gewissenhaft und freudig dazu beitragen können, dem neuen Zeitalter aus den Startlöchern zu helfen, vollgültig zu leben und uns selbst in unsere positivsten Möglichkeiten hinein zu entwickeln. Wenn wir unseren Mut, unser Vertrauen und unser Wissen so gut einsetzen, wie wir können, werden wir durch unsere aufmerksame Beobachtung und durch unsere Fähigkeit, selber zu denken und zu unseren Erkenntnissen zu stehen, viele Verwechslungen im Denken des New Age aufspüren und auflösen können. Um Ihnen einen Leitfaden an die Hand zu geben, der Ihnen diese Arbeit erleichtert, werde ich eine Reihe von beispielhaften Verwechslungen analysieren und Auswege aus diesen Denkfallen aufzeigen. Hierfür habe ich mich entschlossen, in bewährter Tradition wissenschaftlich zu arbeiten, wo immer dies möglich ist und soweit die wissenschaftlich erfahrbaren und erfassbaren Informationen uns genügen. In einigen Punkten ist dies nicht genug, und dort habe ich auf gechanneltes Wissen zurückgegriffen. Mein langjähriger und nicht inkarnierter Mitarbeiter und Freund Tio vermittelt oft Informationen, die bisher in keinem Buch zu finden sind. Alle Textstellen, in denen ich auf Informationen von Tio Bezug nehme, sind als solche kenntlich gemacht, so dass Sie wissen, woran Sie sind. Da ich schon lange Zeit mit ihm zusammenarbeite, konnte ich immer wieder feststellen, dass seine Informationen sich als stimmig erwiesen haben und dass sie ausserdem, einmal vermittelt, durchaus mit menschlicher Logik nachvollziehbar sind. So verbinde ich empirisches mit intuitivem Wissen und hoffe, dass diese Kombination eine fruchtbare Grundlage für die folgenden Überlegungen sein wird.
1 Mit "New Age" bezeichne ich den Sammelbegriff dessen, was gegenwärtig unter diesem Begriff, aber auch unter dem Begriff "Esoterik" an Wissen, Methoden und Erfahrungen angeboten wird. Dieser Begriff enthält keine Wertung. Mit "Neuem Denken "bezeichne ich die bewusst geschaffenen Werte, Erfahrungen und ggf. Methoden, die uns in ein neues Zeitalter und Wertesystem hineinführen wollen. 2 Wenn ich die männliche Form einer Bezeichnung gebrauche, z.B. "Heiler", "Denker" o.ä., meine ich implizit die weibliche Form ebenfalls. Ich finde es nur optisch wenig ansprechend und hinderlich beim Lesen, jedesmal "Heiler/in", "Denker/in", er/sie etc. zu schreiben.
Gratisdownload hier: www.silvie-katz.de (194 Seiten!)
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